Sonntag, 10. April 2011

April-Buch

Von der lieben Anette habe ich Vladimir Tod 01. Vladimir Tod hat Blut geleckt vom Loewe-Verlag zur Gast-Rezension bekommen. Da ich sehr gerne mal einen etwas anderen Vampir-Roman fernab der romantisierten, überirdisch schönen und perfekt gebauten Helden lesen wollte, war ich nach Anettes Rezension umso mehr gespannt auf Vladimir und habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen.

Zum Inhalt:
Vladimir Tod ist eigentlich ein normaler Teenager in einer Kleinstadt: in der Schule quält er sich mit langweiligem Unterricht und Tests herum, schwärmt heimlich für ein Mädchen, das anscheinend seinen Freund Henry interessanter findet, und gelegentlich wird er von zwei rüpelhaften Mitschülern belästigt, denen er am liebsten aus dem Weg geht. Alles ganz normal, wenn da nicht seine Vorliebe für Blut, seine Sonnenempfindlichkeit und die extreme Allergie gegen Knoblauch wäre. Oder seine Fähigkeit zu Schweben und die Gedanken seines besten Freundes zu lesen. Denn Vladimir Tod ist ein Halbvampir und lebt unerkannt unter Menschen. Vor drei Jahren kamen seine Eltern bei einem schrecklichen Brand ums Leben und seitdem wohnt Vlad mit der Krankenschwester Nelly, einer engen Freundin seiner Mutter, zusammen, die ihn mit Blut aus der Konserve versorgt. Manchmal denkt Vladimir, er wäre der einzige Vampir auf der weiten Welt, doch dann verschwindet einer seiner Lehrer spurlos und der seltsame Mr. Otis tritt an seine Stelle. Dieser krempelt den Lehrplan total um und setzt Figuren der Mythologie auf die Tagesordnung, aus deren Sicht die Schüler Referate schreiben sollen. Und Vladimir bekommt den Vampir zugeteilt...

Sprache, Stil, Figuren:
Die Geschichte wird in der dritten Person in der Vergangenheitsform erzählt. Die Perspektive wechselt zwischen einem düsteren Vampir, der auf der Suche nach Vladimir über Leichen geht, und Vladimir, der seinen ganz normalen Schulalltag erlebt. Der Text ist flüssig geschrieben, man kommt schnell in die Handlung rein und kann sich aufgrund der jugendlichen Sprache, sehr gut in die Figuren hineinversetzen. Die beschreibenden Passagen sind stimmig und nicht allzu ausufernd, sodass man die Handlungsorte gut vor Augen hat.

Ein am Boden liegender Ast brachte John zum Stolpern und er fiel vornüber. Wie in Zeitlupe näherte sich sein Gesicht dem laubbedeckten Boden. Kalte Luft peitschte über seine Haut. Sein Herzschlag wummerte ihm in den Ohren. Die Schritte des Mannes wurden schneller und im selben Moment, als Johns Wange auf der Erde aufschlug, griff der Fremde ihm ins Haar und zog seinen Kopf mit einem Ruck zurück. John schrie: „Was wollen Sie von mir?” Doch sein Angreifer antwortete nicht. (Seite 7)

Vlad ist ein sympathischer Charakter mit Ecken und Kanten mit einer befremdenden Vorliebe für seltsame Essenskombinationen (natürlich immer Blut mit irgendwas). Er kann albern sein, schlagfertig, schüchtern, mutig, aber auch ernst und traurig. Sehr gerne möchte ich wissen, wie es mit ihm weiter geht, denn im ersten Band wird einiges nur angerissen und Potential für weitere Abenteuer gibt es mehr als genug. Nur die anderen Figuren fand ich etwas stereotyp, zumindest sind mir der beliebte, gutaussehende beste Freund, die Schlägertypen, der undurchsichtige Lehrer und die fürsorgliche Ersatzmama in letzter Zeit schon in anderen Büchern begegnet. Ich hoffe, sie gewinnen in Zukunft an Tiefe und Charakter.


Fazit:
Eine warme Tasse Blut aus der Konserve mit Schokokeksen? Seit Vladimir Tod der leckerste Snack, den ich mir vorstellen kann! Ein fast normaler Teenager, der sich neben dem üblichen Alltag noch mit Vampir-Problemen herumschlagen muss - witzig, unerwartet, spannend und mit viel Potential!

Ausstattung:
Die Gestaltung des Klappenbroschurs ist auffällig - die Farben Schwarz, Weiß und Rot dominieren, alles wirkt roh, plakativ und fast schon ein wenig bedrohlich, wenn da nicht der Vampir-Smiley wäre, der einen witzigen Gegenpol bildet. Die großen, blutroten Elemente wurden zusätzlich lackiert. Jedes Kapitel startet mit einer schwarz bedruckten Seite, auf der einem der Text weiß entgegen leuchtet, und dem jeweiligen Kapitelnamen, der hochkant gestellt wurde. Insgesamt ist es eine sehr auffällige, hochwertige und passende Gestaltung für einen günstigen Preis.




Heather Brewer
Vladimir Tod 01. Vladimir Tod hat Blut geleckt
Loewe-Verlag
208 Seiten
Klappenbroschur
ISBN-13: 9783785570272
Cover © Loewe-Verlag

Reiheninfo:
Teil 1: Vladimir Tod hat Blut geleckt
Teil 2: Vladimir Tod beisst sich durch (ET: Juni 2011)
Teil 3: Vladimir Tod hängt todsicher ab (ET: Oktober 2011)
Teil 4: Vladimir Tod kämpft verbissen
Teil 5: Vladimir Tod ganz schön untot

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