Montag, 11. April 2011

April-Buch 2

Was haben zwei Kinder, ein Großvater, ein Kater, eine Kakerlake, zwei Glühwürmchen und der Nordwind gemeinsam? Ein riesengroßes Abenteuer!

Zum Inhalt:
Marco hat keine Lust auf Schule. Am liebsten spielt er Computerspiele und am allerliebsten ist ihm das mit den Piraten, damit verbringt er Stunden und die Hausaufgaben bleiben erst mal liegen. Doch dann kommt eines Abends der Nordwind höchstpersönlich zu Besuch und versucht, ihm ins Gewissen zu reden.

„Die grauen Menschen sahen krank aus. Sie hatten keinen Blick füreinander, sprachen nicht miteinander. Ich folgte ihnen. Sie fuhren zu Hütten an den Straßen, aßen dort Brötchen mit einer übel riechenden Substanz zwischen den Hälften, fuhren nach Hause und setzten sich wieder vor kleine leuchtende Kästen. Und mit der Zeit wurden sie kränker und kränker. Mist, Stinkemist, Ameisendreck! Und irgendwann brachte man sie in andere große Häuser, wo sie wieder an kleine leuchtende Kästen angeschlossen wurden... bis sie ihre Augen für immer schlossen. Ekelpaket, Misthaufen!” (Seite 28)

Der Nordwind hat ein kleines Fluch-Problem und muss jeden seiner Sätze mit ordentlich vielen Schimpfwörtern bestücken. Er schreckt noch nicht einmal davor zurück, handgreiflich zu werden, um Marco die Vernunft beizubringen. Doch dann geschieht das Unglaubliche - durch eine seltsame Kombination von Stromausfall und Zufall landet der Nordwind schließlich in Marcos Piraten-Computerspiel. Zunächst ist Marco das herzlich egal, bis das Fehlen des Nordwindes schlimme Konsequenzen hat. Die Luft wird immer schlechter, die Menschen müssen Atemmasken tragen und auch mit der Energieversorgung gibt es Probleme. Nur einer kann jetzt noch helfen, Igidius Ivanho, ausgerechnet der Großvater von Sofia, der nervigen Mitschülerin, die Marco am allerwenigsten leiden kann...

Sprache, Stil, Figuren:
Rückblickend in der dritten Person werden die Abenteuer der Hauptfiguren erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sei es der etwas verwahrloste Marco mit den Rockereltern, die altkluge Sofia, der fluchende Nordwind, der sprechende Kater Caruso mit der ekligen Rotz-Angewohnheit, die beiden unzertrennlichen Glühwürmchen, die ein schlimmes Geheimnis bewahren, oder die leicht kleptomanisch veranlagte Kakerlake James K., seines Zeichens Geheimdienstagent mit bester technischer Ausstattung. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die Sprache ist sehr jugendlich, oftmals sehr derb und direkt, sodass gerade bei den jüngeren Lesern Lacher garantiert sind. Aber auch für erwachsene Leser wird hintergründiger Witz und Tiefgang geboten, der sich manches Mal zwischen den Zeilen versteckt. Ich persönlich hätte gern mehr vom Nordwind gelesen, den ich schon auf den ersten Seiten ins Herz geschlossen hatte, aber da muss ich wohl auf den zweiten Teil der Trilogie warten.


Fazit:
James K. in: Vampire! ist ein Lesespaß für Groß und Klein und der gelungene Auftakt einer irrwitzigen und einfallsreichen Trilogie.

Ausstattung:
Das Hardcover hat einen bedruckten Einband, auf dem großformatig eine Illustration von Jan Radermacher zu sehen, dessen einfarbige Bilder zahlreich im Buch vertreten sind. Zu sehen ist auf dem Cover James K., der Namensgeber der Trilogie, lässig in Action, während er von einem Vampirschatten ganz in der Tradition von Dracula bedroht wird. Auf der Rückseite streunt der Kater Caruso durch die Landschaft und beäugt misstrauisch einen goldenen Kelch. Die Gestaltung sowohl außen als auch innen ist sehr gelungen und passt perfekt zum Inhalt.




Mike Brandt, Jan Radermacher (Illustrationen)
James K. in: Vampire! Band 1
Drachenmond Verlag
206 Seiten
gebunden
ISBN-13: 9783931989361
Cover & Illustration © Drachenmond Verlag

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