Sonntag, 20. Februar 2011

Februar-Buch 5

Dieses wunderschöne Buch habe ich bei Lies & Lausch gewonnen und musste es auch zeitnah lesen, denn Bücher über Elfen und Irland stehen bei mir derzeit hoch im Kurs.

Die Unendliche Geschichte im Feenreich

Zum Inhalt:
Die junge Halbwaise Josie besucht in Chicago ihren Vater Taddy, einen Wissenschaftler, der hier an einem Forschungsprojekt zum Thema DNS arbeitet. Schon seit längerem hat sie seltsame Träume von bedrohlichen Schatten und auch hier in Amerika wird sie das Gefühl nicht los, dass etwas Seltsames um sie herum geschieht. Mehrmals begegnet sie einem besonderen Vogel, wie sie ihn noch nie zuvor gesehen hat. Sie weiß nicht, ob sie ihren Augen trauen kann, als sich dieser eines Morgens in einen kleinen Mann verwandelt. In einem Park bekommt sie sogar eine kunstvolle Fibel, einen kleinen Anstecker, von ihm und weiß das Ganze gar nicht einzuordnen. Da Taddy nicht an Zufälle oder fantastische Begebenheiten glaubt, kann sich Josie ihm nicht richtig anvertrauen. Zum Glück lernt sie schon zu Beginn ihres Aufenthalts die gleichaltrige Amy kennen, mit der sie unheimlich viel gemeinsam hat: beide sind Synästhetikerinnen, die Musik in Farben wahrnehmen, haben jeweils eine Großmutter, die mit dem Schreiben ihr Geld verdient und sie sehen sich außerdem noch sehr ähnlich. Doch während Josies Großmutter Moma Fantasyromane mit Happy End verfasst, hat sich Amys Großmutter Edna dem Schreiben von Horror-Drehbüchern gewidmet. Vor kurzem ist Edna bei einem Unwetter verschwunden und Amy seitdem auf sich allein gestellt. Als Amy schließlich Josie ins Vertrauen fasst, stellen sie weitere Gemeinsamkeiten fest, die so frappierend sind, dass es kein Zufall mehr sein kann. Beide haben eine Drachenfibel erhalten und wie es aussieht, haben sie denselben Urgroßvater und sind demzufolge sogar miteinander verwandt. Der kleine Vogelmann, Druid Dubh wie er sich vorstellt, schickt die beiden auf eine Reise nach Irland, um Narranda, das Feeland, vor dem Untergang zu retten, denn die Macht des Bösen, das Reich Dorchadon unter der Führung des üblen Dykeron, droht es zu verschlingen. Seiner Aussage nach befindet sich Edna in den Klauen des Feindes und so zögern die beiden Mädchen nicht, nach Irland zu fliegen. Zum Glück ist auch Moma gerade dort, um für ihren neuesten Roman Recherchen zu betreiben. Sie wohnt dort bei Professor O'Reardon, der einer alten Barden-Familie entstammt. Doch als sie ankommen, wartet nicht nur Gutes auf Josie und Amy...

Sprache, Stil, Figuren:
Dem ganzen Roman merkt man die Liebe zur Fantasie, den mannigfaltigen Geschöpfen und auch zu Irland an. Die zahlreichen Figuren werden detailverliebt und lebendig beschrieben, seien es die Hauptfiguren oder die zahlreichen Nebenfiguren, die am Wegesrand auftauchen. Keine einzige bleibt blass oder ungenau.
Das vollkommen nackte, kohlrabenschwarze Wesen von der Größe eines Maulwurfs hielt schützend die dünnen Ärmchen vor die Augen. Sein runder kahler Kopf saß auf einem langen dürren Hals. Dünne Beinchen strampelten unter einem ballonförmigen, speckig glänzenden Bauch. Sein langer Schwanz, der in einer zottligen Quaste endete, schlackerte unter seinen verzweifelten Befreiungsversuchen hin und her. Aus seinem breiten Maul ragten zwei Reihen scharfer Zähnchen, die seitlich von Vampirhauern flankiert wurden. (Seite 286/287)




Und auch die Landschaften und Stimmungen ziehen dem Leser bildhaft vor Augen, wenn sie auf poetische Art und Weise verdeutlicht werden. Als Inspiration haben alte irische Feengeschichten, aber auch deutsche Literatur wie "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende gedient, was ganz offen in die Handlung eingeflochten wurde. Gerade "Die unendliche Geschichte" spielt zum einen als absolutes Lieblingsbuch von Josie eine große Rolle und zum anderen ist schnell klar, dass es sich bei "Das Vermächtnis der Feen" um eine Variante davon handelt, die im Feenreich spielt und stärker die derzeitige Gesellschaft kritisiert. Die Handlung wurde in vier Teile untergliedert – Windy City, Eirinn, Dorchadon und Die Welt der Dinge. Jeder Teil wird mit einem passenden und wunderschönen Gedicht berühmter Künstler eingeleitet.

Das Buch strotzt geradezu vor lauter schönen Charakteren und wichtigen Gedanken, aber einer ist mir besonders im Gedächtnis haften geblieben, nicht nur, weil er sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht. Er ist in Reimform, wodurch sich auch die Sprechweise vieler fantastischer Figuren auszeichnet.
Bedenke stets des Wortes Macht,
und nutze es nie unbedacht!
Fazit:
Eine unendliche Geschichte im Feenland, über Freundschaft und Schicksal, Geheimnisse, Schuld und Vergebung. Mir hat das Buch nach einem verzögerten Start richtig gut gefallen und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.

Ausstattung:
Das Cover des Buches ist sehr auffällig in einem schönen strahlenden Grün, das den Bezug zu Irland und dem klassischen Feen-Thema unterstreicht, mit Schattenornamenten von Ästen, Blättern und einem Vogel – wahrscheinlich Druid Dubh, die zusätzlich lackiert wurden. Auch der Einband unter dem Schutzumschlag ist grün gehalten und ein grünes Lesebändchen rundet die gelungene Ausstattung ab.





Brigitte Endres
Das Vermächtnis der Feen
Planet Girl Verlag
448 Seiten
gebunden
ISBN-13: 9783522501408
Cover © Planet Girl Verlag

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