Montag, 3. Januar 2011

Januar-Buch

Von Nina Blazon habe ich ja schon einige Bücher gelesen, die mich sehr begeistert haben, gerade wenn es einen historischem Hintergrund gab. Also kein Wunder, dass Totenbraut ganz oben auf meiner Must-Read-Liste stand.

Zum Inhalt:
Im Jahre 1731 ist in Serbien Glaube und Aberglaube steter Bestandteil im Herzen der Menschen. Die Armut im Land ist groß und so wird die junge Jasna von ihrem Vater für viel Geld an einen Gutsherren verkauft, der zufällig vorbei kommt und auf der Suche nach einer Braut für seinen Sohn ist. Schweren Herzens nimmt Jasna Abschied von ihren geliebten Schwestern und vor allem bei Bela fällt es ihr schwer, da ihr die ätherische Schwester am nächsten stand. Der Gutsherr Jovan Vucović nimmt Jasna mit auf seinen Hof, der nah an der Grenze zum Osmanischen Reich, dem Türkenland, liegt. Schon bei der Hochzeit mit Danilo, die schnell und ohne die üblichen Rituale vonstatten geht, merkt sie, dass etwas mit ihrer neuen Familie nicht stimmt. Ein dunkler Schatten scheint über den Bewohnern des Hofes zu liegen, Türen bleiben verschlossen und Geheimnisse lauern in dunklen Ecken. Als die rechtschaffene Jasna versucht, im Dorf und vor allem in der dortigen Kirche Anschluss zu erhalten, stößt sie auf offene Feindseligkeit. Die Dorfbewohner glauben, das auf Jovan Vucović, seinem Sohn und dem Gut ein Fluch liegt und wollen mit niemandem von dort etwas zu tun haben. Einzig der Fahrende Dušan und die Witwe Anica suchen den Kontakt zu ihr. Als sich plötzlich seltsame Todesfälle häufen, liegt für jeden auf der Hand, dass ein Vampir sein Unwesen treibt und alle Blicke richten sich auf Jovans Hof...

Sprache, Stil, Figuren:
Jasna ist die Hauptfigur und erzählt die Geschichte rückblickend aus der Ich-Perspektive. Authentisch für diese Zeit werden mit eindringlichen Worten Erlebnisse, Personen und Kulissen beschrieben, sodass man sogartig in die Vergangenheit gezogen wird. Stellenweise liest es sich wie im Märchen, so bezaubernd schön und faszinierend wurde die Sprache gewählt.
Doch so schön Bela war, das Allerschönste an ihr waren die Hände. Weiß und feingliedrig, schienen sie ein Eigenleben zu haben. Sie nähten und strickten von ganz allein mit dem roten Garn, während Belas selbstvergessener Blick in die Ferne schweifte. Sie sah niemanden direkt an, auch mich nicht, aber sobald ich vor ihr stand, lächelte sie und ihre Hände umschlossen zart wie Lilienblätter mein Gesicht, strichen über Wangenbögen und Brauen. (Seite 37)
Alle Figuren außer Jasna, die dem Leser durch die Perspektive schnell sehr vertraut ist, enthüllen erst nach und nach ihre wahren Eigenschaften und Absichten, sei es der mürrische und abweisende Danilo, die stumme und kämpferische Haushälterin Nema, die Außenseiterin und Witwe Anica oder der vorwitzige Holzfäller Dušan. Keiner bleibt schwarz oder weiß und zu schnell gefasste Meinungen werden alsbald widerlegt.


Lange Zeit bleiben die Geschehnisse auf Jovans Hof im Dunkeln und die Geheimnisse werden nur zögerlich gelüftet, um im nächsten Atemzug neue zu entdecken. Doch Jasna bleibt hartnäckig auf ihrer Suche nach der Wahrheit, während sich die Ereignisse immer weiter zuspitzen und schließlich eine Auflösung gegen Ende kommt, die sowohl überrascht als auch schlüssig den historischen Hintergrund dieser Geschichte unterstreicht.

Fazit:
Nina Blazon zeigt eine andere, historische Seite der Vampire, der sich niemand entziehen kann, der gut recherchierte, spannende und auch ein wenig romantische Romane liebt.

Ausstattung:
Die auffällige Umschlagsgestaltung passt zwar gut zum Vampirthema, ist aber weniger romantisch und verschnörkelt, was eine Brücke zum Historischen schlägt. Der Schriftzug Totenbraut ist in Silber gehalten und wirkt so, als wären die Ränder etwas angekokelt. Insgesamt ist es eine sehr schöne Optik.





Nina Blazon
Totenbraut
Ravensburger Buchverlag
429 Seiten
gebunden
ISBN-13: 9783473353040
Cover © Ravensburger Buchverlag

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