Sonntag, 9. Januar 2011

Januar-Buch 2

Wer hätte es nicht gern, das Rezept zum ultimativen Glück - so gesehen ist der Titel für dieses Buch perfekt gewählt, nicht nur, dass alle Figuren in dem Buch ihr Glück finden, es ist zudem voll von appetitanregenden Rezepten. Eins meiner absoluten Lieblingsbücher Bittersüße Schokolade vereint ebenfalls Rezepte mit einer Liebesgeschichte, wenn auch um einiges dramatischer und in Kombination mit einer Familiensaga.

Zum Inhalt:
Elena Alvarez, Enddreißigerin und erfolgreiche Köchin mit tragischer Vergangenheit, bekommt von dem Restaurantbesitzer und berühmten Regisseur Julian Liswood ein verführerisches Angebot - sie soll Küchenchefin in seinem neuen Restaurant in Aspen werden und dort eine Küche ganz nach ihrem Geschmack aufbauen. Bislang war es für Elena schwierig, sich in einer männerdominierten Branche zu behaupten, und im letzten Restaurant, in dem sie arbeitete, setzte sie ihr Chef und Ex-Freund Dmitri vor die Tür, da sie mit ihrem Talent zu viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Nur zu gern ergreift sie also die Gelegenheit beim Schopf und packt ihre sieben Sachen, ihren Hund Alvin und die Geister ihrer Vergangenheit ein, um ein neues Leben zu beginnen.

Sprache, Stil, Figuren:
Die Geschichte wird in der Vergangenheitsform erzählt und begleitet in der dritten Person kapitelweise die einzelnen Figuren. Stilistisch ausgereift liest sich das Buch flüssig weg, Personen, Kulissen und auch Gefühle werden spielend leicht vermittelt und gerade durch die Verbindung mit sinnlichen Erfahrungen besonders gut erlebbar. Die Hauptfigur ist ganz klar Elena, die nach einer schwierigen Kindheit und einem dramatischen Unfall in jungen Jahren sowohl seelische als auch körperliche Wunden davongetragen hat, die sie bis heute begleiten, seien es die Schmerzen ihres lädierten Körpers oder auch die Geister ihrer Schwester Isobel und ihres damaligen Freundes Edwin. Seit damals lässt sie nur wenige Menschen an sich heran und Beziehungen jeglicher Art werden auf Sparflamme gehalten. Das ändert sich in Aspen ganz schnell, denn auf kleinem Raum treffen nun viele verschiedene Menschen aufeinander, die alle ihre eigene Geschichte haben. Der Regisseur Julian will sich nach mehreren gescheiterten Ehen endlich um seine heranwachsende Tochter Portia kümmern, die sich nichts mehr als eine richtige Familie wünscht. Der bisherige Küchenchef des Restaurants in Aspen, Ivan, leidet ebenfalls unter einer schlimmen Vergangenheit, die er mit übermäßigen Alkohol-Konsum und seiner oft unfreundlichen Art zu verbergen sucht. Der perfektionistische Patrick, den Elena zur Unterstützung mitbringt, lebt in einem Zwiespalt zwischen seinem reichen, konservativen Elternhaus und seinen ganz persönlichen Träumen. Gemeinsam wird etwas aufgebaut, sodass so manch einer aus dem bunten Reigen über seinen Schatten springen muss, damit es funktionieren kann.

Das ist auch der Haupt-Kritikpunkt, den ich an der Geschichte habe. Jeder hat eine schreckliche Vergangenheit und findet innerhalb kürzester Zeit die Lösung für seine Probleme. Dadurch wirken die Figuren etwas klischeebehaftet und stereotyp. Zudem kommt wenig Spannung auf, da schnell klar ist, wer zu wem gehört, auch wenn es etwas dauert, bis es zur Auflösung kommt. Nichtsdestotrotz habe ich mich gut unterhalten und sehr wohl gefühlt, einige Zeit mit Elena und ihren Freunden zu verbringen.

Die oft im Buch genannten Latkes könnten ungefähr so aussehen.


Fazit:
Mit kleinen Abstrichen ein Roman zum Wohlfühlen und darin versinken - leckere Gerichte, sympathische Figuren und ein Happy End sind die Zutaten des Glücksrezepts.

Ausstattung:
Die Optik passt zwar nicht wirklich zu den überwiegend spanischen Rezepten, ist aber sehr auffällig und ansprechend für Rosa-Liebhaber und Romantiker.





Barbara O‘Neal
Das Glücksrezept
Page & Turner
480 Seiten
gebunden
ISBN-13: 9783442203598
Cover © Page & Turner

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