Donnerstag, 16. Dezember 2010

Dezember-Hörspiel

Bei Lies & Lausch habe ich vor kurzem ein Hörspiel gewonnen - Der weiße Wolf, die Nummer 49 aus der Gruselkabinett-Reihe - welches wunderbar zur aktuellen verschneiten Jahreszeit passt. Denn was gibt es Schöneres, als Abends beim Einschlafen einer kleinen Schauergeschichte zu lauschen und sich ein bisschen zu gruseln? Zum Inhalt: Die Geschichte handelt von der Familie des Gutsverwalters Krantz, der mit seiner schönen Frau Ludmilla und den drei gemeinsamen Kindern Caesar, Armin und Marcella im Jahre 1820 in Transsilvanien lebt. Leider hat der Fürst, dem Krantz dient, ein Auge auf Ludmilla geworfen und diese gibt ihm schließlich nach langem Werben nach. Als Krantz dahinter kommt, sieht er im wahrsten Sinne des Wortes rot und muss anschließend mit seinen Kindern fliehen und das Land verlassen. Im Harzgebirge finden sie schließlich eine neue Heimat, die des Sommers angenehm und des Winters kalt und unwirtlich ist. Durch den Verrat von Ludmilla ist Krantz' Herz hart geworden und selten hat er ein nettes Wort für seine Kinder übrig. Gerade seine Tochter Marcella muss sehr unter der Strenge und Ungeduld ihres Vaters leiden, auch wenn ihre beiden Brüder sie heimlich unterstützen, wo sie nur können. Um die Familie zu ernähren, geht Krantz regelmäßig auf die Jagd. Eines Abends folgt er zusammen mit seinem Sohn Armin der Fährte eines weißen Wolfs und trifft auf den flüchtenden Wilfried und seine attraktive Tochter Kristina, die scheinbar das gleiche Schicksal wie Krantz in den Harz verschlagen hat. Voller Verständnis nimmt Krantz die beiden bei sich auf und verliert schließlich sein Herz an Kristina. Doch ein düsteres Geheimnis umgibt die weißhaarige Schönheit mit den bernsteinfarbenen Augen...

Darstellung des Hörspiels: Das Hörspiel basiert auf einer Erzählung von Frederick Marryat und findet vor der historischen Kulisse des Jahres 1820 im Harz statt, wo Mythen, Sagen und Aberglaube noch wach in den Köpfen der Menschen sind. Mit einer Spielzeit von 68 Minuten ist das Hörspiel schnell gehört, jedoch ohne gehetzt zu wirken. Der Handlungsverlauf ist genau für diese Zeit stimmig ausgelegt, Vorgeschichte, Hauptteil und Nachspann werden ausreichend vorgestellt. Erzähler ist der junge Armin, der aus seiner Perspektive die Geschehnisse schildert und uns an seinen Gefühlen teilhaben lässt. Seine Stimme empfand ich als sehr angenehm und schlüssig, da seine Jugend und Unsicherheit gut verdeutlicht wird. Insgesamt sind die meisten Sprecher passend zum Charakter gewählt, besonders erwähnenswert ist vor allem die Stimme der verführerischen Ludmilla. Für mich persönlich klangen jedoch Krantz und Wilfried zu ähnlich, sodass ich im Halbschlaf ein paar Schwierigkeiten hatte, die beiden zu unterscheiden. Die musikalische und geräuschtechnische Untermalung ist sehr stimmungsvoll und bildhaft - klassische Musik unterstreicht an richtiger Stelle die Dramatik der einzelnen Szenen und die Geräusche von Schneesturm, Wolfsgeheul und Stapfen durch den Schnee sorgen für die nötige Authentizität.

Sprecher:
Armin - Nicolas Artajo
Caesar - Max Felder
Marcella - Gabrielle Pietermann
Krantz - Peter Reinhardt
Kristina - Petra Barthel
Wilfried - Axel Lutter
Ludmilla - Bettina Weiß
Fürst Ivan - Frank Gustavus

Ausstattung: Wie bei allen Gruselkabinett-Folgen ist auch hier im Besonderen die liebevolle, positiv antiquiert wirkende Covergestaltung mit der großformatigen Illustration von Firuz Askin hervorzuheben. Zu sehen ist eine weißhaarige Frau mit leuchtend gelben Augen, die in weißen Pelz gewandet ist und ihre Hände mit krallenartigen Fingernägeln zeigt. Sie blickt dem Betrachter direkt an und hat so eine Sogwirkung, die einen automatisch zu dieser CD greifen lässt.

Fazit: Historischer und fesselnder Hörspiel-Grusel im Harzgebirge, wo die Geister nach verlorenen Seelen Ausschau halten, umgesetzt mit ausgezeichneten Sprechern, die man schon aus dem ein oder anderen Hollywood-Film kennt.




Vielen Dank an Lies & Lausch für das tolle Gewinnspiel und an Titania-Medien für die Unterstützung.

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