Mittwoch, 2. Juni 2010

Juni-Lesung

Der neue Monat hat schon sehr früh einige Highlights zu verzeichnen. Heute war es die Lesung von Paul Stewart, untermalt von Chris Riddells außergewöhnlichen Illustrationen im Buch- und Kulturzentrum in der Villa Herrmann in Gustavsburg. Dank meiner lieben Freundin Anette, die zum Thema Bücher wirklich fast alles weiß, erfuhr ich von der heutigen Veranstaltung, die ich mit ihr zusammen besuchte. In unserem Gepäck einige Bücher der beiden, die wir uns natürlich gern veredeln lassen wollten. Während Anette zumindest auch etwas für ihre kleine Tochter und ihre weniger kleine Nichte signieren ließ, war ich mit drei Büchern nur für mich allein am Start. Die Frage von Paul Stewart kam dann etwas überraschend. "How old is Ina?"... Öhm. "Ina is 31, but also a big fan!" versuchte ich einnehmend lächelnd zu antworten. Naja, zumindest die Veranstalter waren sehr begeistert vom Altersquerschnitt der Besucher, da sowohl Eltern mit ihren Kindern, als auch Teenager und einzelne Erwachsene anwesend waren.




Das sympathische Autorenduo erzählte einiges darüber, wie die beiden zueinander fanden – eigentlich war es mehr eine geografische Begebenheit, die sie miteinander verband, da sie im selben Ort wohnen. Paul Stewart zunächst auf dem Hügel, Chris Riddell unten, inzwischen sind sie direkte Nachbarn in der "besseren" Gegend am Fuß des Hügels und können sich gegenseitig in die Fenster schauen. In der Mitte des Hügels ist eine Kneipe, in der sie sich später oft zum "Arbeiten" trafen. Da die Söhne der beiden im gleichen Kindergarten waren, war der Kontakt schnell hergestellt. Als Paul Stewart schließlich daran scheiterte, seine eigenen Geschichten kindgerecht zu illustrieren, erinnerte er sich an Chris und sprach ihn an. Schnell merkten sie, dass sie auf einer Wellenlänge waren und gestalteten so zunächst einige Kindergeschichten, bis sie die Welt der Klippenland-Chroniken erfanden.




Während der lebhafte Paul Stewart, der einige Jahre in Deutschland lebte, bei der heutigen Lesung hauptsächlich sprach und las, zeichnete Chris Riddell unermüdlich die Helden ihrer Bücher auf Flip Charts. Es war unglaublich faszinierend zu beobachten, wie innerhalb weniger Minuten detailreiche Wesen auf das weiße Papier gebracht wurden, während Paul Stewart mit seiner witzigen Art für den Großteil der Unterhaltung sorgte. Doch auch Chris Riddel kam ab und an zu Wort, verdeutlichte die Perspektive des Illustrators gegenüber eines Autors und überraschte mit seinem pointierten schwarzen Humor.

Die Geschichten von Paul Stewart und Chris Riddel können nicht einfach nach Autor und Illustrator getrennt betrachtet werden, beide Komponenten sind miteinander verschmolzen und bilden so eine Einheit, in der jeder Satz und jede Illustration von beiden etwas in sich trägt. Das merkt man auch, wenn man sie persönlich erlebt. Deshalb sind ihre Bücher etwas ganz besonderes!

Meine Rezensionen bei der Leser-Welt zu Chris Riddells Irgendwie Anders und Der Prinz von Anderswo.

The Homepage of Paul Stewart and Chris Riddell

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